Datum/Uhrzeit: bis Uhr
Art: Kolloquium, Präsenz
Ort: Hörsaal 1, Talstraße
Veranstaltungsreihe: Leipziger Geographisches Kolloquium

Welche räumlichen Veränderungen begleiten Deutschlands sicherheitspolitische Neuausrichtung?, diese Frage stellt sich Prof. Dr. Annika Mattissek. Sie betrachtet aktuelle Aufrüstungsprozesse und zeigt, wie geopolitische Entwicklungen in Landschaften, Standorten und Raumlogiken sichtbar werden.

Für Prof. Annika Mattissek markiert der russische Angriff auf die Ukraine eine sicherheitspolitische Zäsur. In ihrem Vortrag “(Re-)Militarisierung in Deutschland aus der Perspektive der Kritischen Militärgeographie” beleuchtet Annika Mattissek die räumlichen Dimensionen dieser Entwicklung – von geopolitischen Diskursen bis zur Ausweitung militärischer Infrastruktur – und skizziert eine Forschungsagenda zur aktuellen (Re-)Militarisierung. Die Veranstaltung ist öffentlich und frei zugänglich.

Ihren Vortrag umreißt Annika Mattissek folgendermaßen: "Waren die Jahrzehnte nach Ende des Kalten Kriegs in Deutschland durch rückläufige Investitionen in Militär und Rüstung gekennzeichnet ("Friedensdividende"), sind aufgrund der verschärften geopolitischen Lage seit dem russischen Angriff auf die Ukraine massive Ausgabensteigerungen geplant. Die damit verbundenen Veränderungen sind dabei zutiefst räumlich: Sie umfassen geopolitische Risikodiskurse ebenso wie Änderungen in der Raumnutzung sowie die Ausweitung von Standorten der Rüstungsindustrie. Der Vortrag entwickelt anhand empirischer Beispiele und Theorien der Kritischen Militärgeographie eine Forschungsagenda zur aktuellen (Re-)Militarisierung in Deutschland."

Prof. Dr. Annika Mattissek forscht zu Themen der Politischen Geographie und der Gesellschaft Umwelt-Forschung mit empirischen Schwerpunkten in Deutschland und Südostasien. Seit 2015 ist sie Professorin für Wirtschaftsgeographie und Nachhaltige Entwicklung an der Universität Freiburg.

Autor: Prof. Dr. Annika Mattissek